Offener Brief an den Landrat zeitigt ersten Erfolg (Hartz IV - Wehrt Euch!)

Ich hatte bereits von der neuesten Schikane des Jobcenter Unterallgäu berichtet, meine Frau neuerdings monatlich zu so genannten "Beratungsgesprächen" einzuladen und ihr dabei auch noch - rechtswidrig - jedes Mal eine neue so genannte Eingliederungsvereinbarung (EGV) anzubieten.

Nachdem mir der Geschäftsführer des Jobcenters auf meine Beschwerde noch trotzig und rechthaberisch wie immer entgegnete, dass seine "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter [...] den gesetzlichen Auftrag des SGB II [verfolgen], erwerbsfähige Leistungsberechtigte bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu unterstützen. Sowohl die Vermittlungsvorschläge als auch die Beratungsgespräche dienen ausschließlich diesem Zweck", ereignete sich heute etwas Erstaunliches:

Eigentlich waren wir - bzw. meine Frau - für morgen wieder "eingeladen".

Heute - 08.11.2012 - rief mich dann, NACHDEM ich den offenen Brief an den Landrat geschrieben hatte, unsere so geschätzte so genannte "Arbeitsvermittlerin" an, um den morgigen Termin mit der Begründung abzusagen, sie habe einen GANZ WICHTIGEN anderen Termin ausgerechnet zu dem Termin, zu dem sie uns ursprünglich eingeladen hatte.

WER ODER WAS DIESER "TERMIN" WOHL IST? Und warum gab es nicht - wie sonst immer - SOFORT einen Ausweichtermin?

 

Oder glaubt hier irgend jemand an den Weihnachtsmann?

 

Ihr seht also, dass es sich absolut lohnt, der Schikane der Jobcenter mit Entschiedenheit, BESCHWERDEN und einem gewissen politischen Kalkül zu begegnen.

Meine Strategie war und ist ganz einfach: Wir machen genau das, was das Jobcenter auch macht:

- Drohen

- Frist setzen

- Sanktionieren. Unsere Sanktionen sind eben ganz einfach politischer Natur. Aber sie sind deshalb nicht weniger wirksam. Im Gegenteil!

 

Ich hatte dem trotzig-rechthaberischen Geschäftsführer des Jobcenter Unterallgäu bis zum 31.10.2012 Frist und Gelegenheit gegeben, mir zu ERLÄUTERN, weshalb die neuerdings monatlichen "Einladungen" angeblich notwendig seien, um "erwerbsfähige Leistungsberechtigte bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu unterstützen."

Nachdem er diese Frist - erwartungsgemäß - verstreichen lassen hatte, ging der Brief an den Landrat raus.

Da half dann wohl auch aller Trotz und alle Rechthaberei nichts mehr...

 

Was mir gelang, gelingt Euch auch!!

 

Warum bin ich mir da so sicher?

 

Nun, erstens besteht das "System Hartz-IV" im wesentlichen aus einer kaum zu überbietenden nahezu vollständigen Realitätsverleugnung und zweitens arbeitet hier die Politik anscheinend mit einem in der Bundes"republik" Deutschland nie dagewesenen Druck auf ihre EIGENEN MITARBEITER.

Ein derartiges System MUSS zwangsläufig kollabieren (weil es im Kern instabil ist) und die ersten Erosionserscheinungen - nach nur 7 Jahren! - sind kaum noch zu übersehen:

 

 Ein Arbeitsvermittler aus Hamburg gibt interne Einblicke - sehr erhellend!

 Eine Jobcenter-Mitarbeiterin klagt Hartz-IV an - unbedingt lesen!

 

Die Jobcenter-Mitarbeiter - die "Rädchen", die die Maschine am Laufen halten - stehen diesen beiden Berichten zufolge unter einem IMMENSEN Druck - von "oben".

Machen wir also nun ebenfalls Druck - von UNTEN!

 

Was das ganz natürliche Resultat einer solchen Konstellation - Druck von zwei Seiten - ist, brauche ich sicherlich niemandem zu erläutern...

 

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